Asthma und Alkohol: Welche Risiken hat der Konsum?
Lesedauer ca. 4,5 Minuten
Alkohol begegnet uns im Alltag zu zahlreichen Gelegenheiten: Nach Feierabend treffen wir uns mit Freund*innen auf ein Bier, am Geburtstag stoßen wir mit einem Glas Sekt an – und an Karneval darf es gerne mal ein Schnaps mehr sein. Doch auf unsere Gesundheit kann der Konsum von Alkohol negative Auswirkungen haben. Lesen Sie, worauf insbesondere Menschen mit Asthma achten sollten.

Asthma und Alkohol: Welche Risiken hat der Konsum?

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Alkohol begegnet uns im Alltag zu zahlreichen Gelegenheiten: Nach Feierabend treffen wir uns mit Freund*innen auf ein Bier, am Geburtstag stoßen wir mit einem Glas Sekt an – und an Karneval darf es gerne mal ein Schnaps mehr sein. Doch auf unsere Gesundheit kann der Konsum von Alkohol negative Auswirkungen haben. Lesen Sie, worauf insbesondere Menschen mit Asthma achten sollten.
Alkoholkonsum in Deutschland: Wie viel trinken wir pro Jahr?
Eigentlich lässt sich beim Thema Alkohol ein positiver Trend verzeichnen: In den letzten Jahrzehnten sank der Pro-Kopf-Konsum hierzulande langsam, aber stetig. Allerdings zählt Deutschland international noch immer noch zu den Ländern, die sich vergleichsweise häufig ein Gläschen gönnen: Mit ihrem Verbrauch liegen die Bundesbürger*innen innerhalb der EU auf Platz 9 von insgesamt 27 Plätzen.1 Mehr als 10 Liter reinen Alkohol nehmen sie im Schnitt pro Jahr zu sich.2
Pro Person entsprach diese Menge im Jahr 2022 dem Verbrauch von rund1
- 20 Litern Wein,
- 92 Litern Bier,
- 3 Litern Schaumwein sowie
- 5 Litern Spirituosen.
Wie schädlich ist Alkohol?
Alkohol zählt in Deutschland zu den ältesten legalen Drogen und kann süchtig machen. Personen mit einer Abhängigkeit verlieren die Kontrolle darüber, wann und welche Mengen Alkohol sie zu sich nehmen. Doch auch Menschen, die nicht suchtgefährdet sind, sollten ihren Alkoholkonsum hin und wieder kritisch hinterfragen. Denn aktuelle Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass bereits kleine Mengen der Substanz Gefahren für unsere Gesundheit bedeuten können.
Krebs und weitere Erkrankungen
Der Konsum von Alkohol hat eine negative Wirkung auf jedes Organ und ist somit schädlich für den ganzen Körper. Er erhöht das Risiko für die Entstehung zahlreicher chronischer Krankheiten, insbesondere von Krebs und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Laut Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) sind im Jahr 2020 hierzulande mehr als 14.000 Menschen an Krankheiten gestorben, die sich ausschließlich auf Alkoholkonsum zurückführen lassen.2
Gut zu wissen: Die Gefahr, der Gesundheit zu schaden, steigt bei einem Rausch um ein Vielfaches. Er sollte daher unbedingt vermieden werden. Bei einem Rausch nimmt eine Person in kurzer Zeit eine große Menge Alkohol zu sich.
Asthma und Alkohol: Das sollten Sie wissen
Der Konsum von Alkohol kann für uns nicht nur langfristige Folgen haben. Einige körperliche Auswirkungen zeigen sich bereits zeitnah nach der Zufuhr – wie beispielsweise der klassische „Kater“ nach einer feuchtfröhlichen Nacht. Bei Menschen mit Asthma können zudem weitere Probleme auftreten.
Histamin und Asthma: Vorsicht, Anfall!
Insbesondere Menschen mit allergischem Asthma sollten beim Thema Alkohol dem Hormon Histamin ihre Aufmerksamkeit schenken. Es kommt natürlicherweise im menschlichen Körper vor und ist als Botenstoff an einer Reihe von entzündlichen und allergischen Prozessen beteiligt. Unter anderem ist Histamin für die Entstehung typischer Asthma-Symptome wie Atemnot mitverantwortlich. Denn in der Lunge sorgt es unter anderem dafür, dass sich die Bronchien zusammenziehen.
Alkohol kann aus mehreren Gründen dafür verantwortlich sein, dass Histamin zum Problem wird. Zum einem kann Alkohol die körpereigene Histaminfreisetzung verstärken und zusätzlich den Abbau des Botenstoffs hemmen. Darüber hinaus ist Histamin in vielen Nahrungsmitteln enthalten – unter anderem in alkoholhaltigen Getränken wie Wein, Sekt oder Bier. Schon Personen ohne Lungenerkrankung kann eine zu große Menge an Histamin im Körper Beschwerden bereiten. Bei Menschen mit allergischem Asthma kann der Konsum von Alkohol im schlimmsten Fall einen Asthmaanfall auslösen.
Sulfite: Was sagt das Etikett?
Einige alkoholische Getränke enthalten neben Histamin weitere Stoffe, die Asthma-Beschwerden verstärken können. Zu ihnen zählen Sulfite. In kleinen Mengen kommen diese Salze natürlicherweise in unserem Körper sowie in Lebensmitteln vor. Darüber hinaus jedoch werden sie bestimmten Nahrungsmitteln wie beispielsweise Wein als Konservierungsmittel zugesetzt. Expert*innen schätzen, dass bis zu zehn Prozent der erwachsenen Menschen mit Asthma empfindlich auf Sulfite reagieren.3
Tipp: Werfen Sie vor dem Konsum einen Blick aufs Etikett der Flasche: Wurde dem Getränk das Konservierungsmittel zugesetzt, muss dies angegeben werden.
Erhöhte Infektionsgefahr
Konsumieren wir Alkohol in größeren Mengen, kann das unser Immunsystem für mindestens 24 Stunden schwächen. Für Krankheitserreger ist es dadurch leichter, in den Körper einzudringen und Infektionen auszulösen. Virusinfektionen können sich bei Menschen mit Asthma negativ auf ihre chronische Lungenerkrankung auswirken. So erhöht beispielsweise eine Erkältung das Risiko für eine Exazerbation, also eine Verschlechterung ihres Asthmas.
Alkohol: Welche Empfehlungen gibt es für den Konsum?
Je mehr Alkohol wir zu uns nehmen, desto schädlicher ist seine Wirkung. Bereits der erste Tropfen kann sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Expert*innen empfehlen daher, den Konsum so gering wie möglich zu halten.
ZUSAMMENFASSUNG
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1 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Alkoholkonsum in Deutschland. Alkoholkonsum in Deutschland: Alkohol? Kenn dein Limit. Letzter Zugriff am 28.01.2025.
2 Bundesministerium für Gesundheit: Alkohol. Stand: 17. September 2024. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/a/alkohol.html. Letzter Zugriff am 27.01.2025.
3 Bundesinstitut für Risikobewertung: Schwefeldioxid und Sulfite: EFSA-Neubewertung sieht gesundheitliche Risiken bei hohem Verzehr; Datenlage weiterhin lückenhaft. Stand 11.01.2023. Schwefeldioxid und Sulfite: EFSA-Neubewertung sieht gesundheitliche Risiken bei hohem Verzehr; Datenlage weiterhin lückenhaft. Letzter Zugriff am 17.02.2025.